Wohlfühloasen für heimische Kleintiere

Vielfalt macht das Leben interessant

Die Natur als Erlebnis – dafür ist das große Außengelände der Wurzelbude wie geschaffen. Die Kinder können die Natur ganzjährig beobachten, erforschen und mit allen Sinnen erleben. Viele kleine Biotope sind in den Ecken unseres Außengeländes zu finden.

Diese „Wohlfühloasen für heimische Kleintiere“ haben die Kinder gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften gestaltet. Zusammen übernehmen sie auch deren Pflege und Erhaltung. Dabei entstehen immer wieder neue Möglichkeiten, Fragen zu stellen, genau hinzuschauen, Vermutungen zu entwickeln und eigene Erfahrungen zu sammeln.

Ein besonderer Lebensraum ist unser Totholz-Käferbeet. Totes und abgestorbenes Holz wurde aufrecht, waagerecht und schräg angeordnet. So sind unterschiedliche Nischen für verschiedene Lebewesen entstanden. Die Kinder können beobachten, wie es im Holz „kreucht und fleucht“, und dabei den natürlichen Kreislauf des Lebens entdecken: Holz wird zersetzt, zu Humus und schafft damit wieder die Grundlage für neues Leben. Hier können beispielsweise seit vielen Jahren Hirschkäfer beobachtet werden.

Auch unsere Blühwiese ist ein wichtiger Bestandteil unseres Außengeländes. Gemeinsam mit den Kindern wurde sie angelegt und bietet Bienen und vielen anderen Insekten Nahrung. Wenn es auf der Wiese summt und brummt, werden die Kinder neugierig: Sie beobachten, vergleichen, stellen Fragen und gehen selbst auf Entdeckungsreise. So wird die Blühwiese zu einem lebendigen Lern- und Forschungsort.

Weitere kleine Lebensräume wie Nistkästen und Fledermausunterschlüpfe ergänzen unser vielfältiges Angebot für heimische Tiere. Für die kalte Jahreszeit schaffen wir außerdem Igelunterschlüpfe, damit die Tiere einen geschützten Platz zum Überwintern finden.

Die Kinder erleben dabei, dass Natur nicht nur etwas ist, das man beobachten kann. Sie können selbst etwas für ihre Umwelt tun. Sie gestalten Lebensräume mit, pflegen sie, beobachten Veränderungen und übernehmen Verantwortung für die kleinen Lebewesen, die dort zu Hause sind.

Auch die Pflanzenwelt lädt zum Entdecken ein. Auf unserem Duftweg wachsen verschiedene Nutz- und Teekräuter wie Salbei, Melisse und Minze. Hier können die Kinder riechen, fühlen und - je nach Pflanze und Situation - auch probieren. So wird Natur mit allen Sinnen erfahrbar.

Unser Außengelände bietet damit täglich neue Bildungsanlässe. Aus einem Käfer im Totholz, einer Hummel auf der Blühwiese, einer Spur im Boden oder einem neugierig machenden Duft kann ein gemeinsames Gespräch, eine Forschungsfrage oder ein neues Projekt entstehen.

Unser Wurzelbudenlexikon dokumentiert den Bau, besondere Merkmale und Beobachtungen rund um unsere „Wohlfühloasen“.

So verstehen wir Naturbildung: Kinder entdecken die Welt nicht nur – sie setzen sich aktiv mit ihr auseinander, gestalten sie mit und erleben, dass ihr eigenes Handeln etwas bewirken kann.